Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 40/07 vom 03.10.2007

SOMMERDUFT Haben nur raten können, was der Josef draußen aufgführt hat. Die Mutter den Buben ghalten, gflüstert, dass alles gut wird, gflüstert, dass der Vater eine Sau ist, gflüstert, dass er nur kommen soll. Finster war´s in der Speis, der Quittenkäs hat duftet, der Bub leise gweint. Und die Mutter: Dass er nur kommen soll. Dass er sich nur trauen soll. Dass er schon sehen wird, was er dann hat. Dann habens glauscht die zwei, wie draußen das Häferl übergangen ist. Wie der Josef den Hobel angsetzt hat. Wie der Josef das Viech worden ist, roh, wund, groß. Die Mutter hat die Axt fester packt, der Quittenkäs hat duftet. Da hat der Bub schreien angfangen. Dass der Vater kommen soll. Dass er sich trauen soll. Sau auch. Draußen still. Vielleicht wär alles anders kommen, wenn der Quittenkäs nicht so gut nach Sommer grochen hätt.

T.W.


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