Lehrerausbildung

Alle in ein Boot

Politik | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bezeichnete es bereits als ihr "großes Ziel", mittelfristig eine gemeinsame Ausbildung auf universitärem Niveau für alle Lehrer zu schaffen. Vor kurzem sprach sich nun auch Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) für eine einheitliche Lehrerausbildung aus. Die Rektorin der PH Wien greift diesen Vorschlag nun auf. Sie schlägt vor, künftig alle AHS-Lehrer an den Pädagogischen Hochschulen auszubilden. "Jeder Lehrer sollte das Bachelorstudium bei uns absolvieren", sagt Hackl. Dann müssten auch AHS-Lehrende ein Eignungsverfahren bestehen und würden stärker pädagogisch geschult. Wer dann nach dem Bachelor an einer AHS unterrichten möchte, solle sich das Fachwissen hierfür an der Uni aneignen. Hackls Kollege Hans Schachl, Rektor der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, lieferte bereits einen ähnlichen Vorschlag.

Den Universitäten stoßen solche Vorstellungen übel auf. "Das ist Unsinn", meint Ilse Schrittesser von der Uni Wien. Sie plädiert dafür, dass die Lehrerausbildung an die Unis wandert: "Die haben ein größeres Potenzial an Forschungswissen." Im Ministerium gibt es noch keinen konkreten Vorschlag, wie die Lehrerausbildung vereinheitlicht werden könnte. Ein derartiger Schritt würde aber den Weg zur Gesamtschule ebnen: Denn dann hätten alle Lehrer der Zehn-bis Vierzehnjährigen dieselbe Ausbildung und dasselbe Dienstrecht. Momentan werden hingegen Hauptschullehrer für ihre Arbeit schlechter bezahlt als das Personal an der AHS.


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