Wie ich bekehrt wurde

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

SCHULE II Auch in Finnland wurde die Gesamtschule bei ihrer Einführung kritisiert. Eine betroffene Lehrerin erzählt, warum die Reform richtig war.

Die österreichischen Lehrer sind erbost. Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) möchte die neue Mittelschule, eine gemeinsame Schule für alle Zehn-bis Vierzehnjährigen, auch ohne deren Zustimmung in Modellregionen testen. Vergangene Woche protestierten die AHS-Lehrer gegen Schmieds Pläne. Sie fürchten schlechtere Bezahlung und mehr Belastung in stark durchmischten Klassen. Ist die Angst der Lehrer berechtigt? Die finnische Gymnasialdirektorin Sinikka Kuusniemi kann Auskunft geben: Die heute Sechzigjährige unterrichtete selbst, als Finnland sein Schulsystem in den Siebzigerjahren vereinheitlichte. Seither gehen in Finnland alle Sieben-bis Fünfzehnjährigen auf die Gesamtschule.

Falter: Als die Gesamtschule eingeführt wurde, waren Sie dagegen. Warum?

Sinikka Kuusniemi: Ich war damals eine junge Mathematiklehrerin am Oberstufengymnasium.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige