Folter ohne Folgen

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

POLIZEI Jene vier Beamten, die den Schubhäftling Bakary J. folterten,bleiben nun doch im Dienst. Ihre Geldstrafen wurden herabgesetzt.

Was muss ein Polizist tun, um aus dem Dienst entlassen zu werden? Geld unterschlagen, zum Beispiel. Oder sich bestechen lassen. In einem Fall reichte sogar der Diebstahl der "Kompaniejause" im Wert von rund 22 Euro, um die Gerichte mehr als ein Jahr zu beschäftigen.

Aber was passiert, wenn Polizeibeamte einen Schubhäftling vorsätzlich foltern und ihm mit dem Tod drohen? Wenn sie ihm die Schädelknochen brechen und das Opfer danach auch noch wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt anzeigen? Wenn sie diese Taten sogar vor Gericht gestehen? Wenig, fast nichts.

Vor eineinhalb Jahren deckte der Falter folgenden Fall auf: Drei Beamte der Polizei-Sondereinheit Wega versuchten, den Gambier Bakary J. abzuschieben. Er hatte zuvor eine Haftstrafe wegen Drogenhandels abgesessen. Als dieser sich weigerte, ins Flugzeug zu steigen, brachen die Beamten die Abschiebung


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