Wienzeug

Politik | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

Über Kindesmissbrauch Wenn Freigänger Kinder missbrauchen oder Sexualverbrecher rückfällig werden, stehen Justiz und Politik jedes Mal aufs Neue im Mittelpunkt der Kritik. Die Fragen, mit denen sie dann konfrontiert werden, sind nur schwer endgültig zu beantworten: Soll die Gesellschaft die Täter resozialisieren, selbst wenn ein Rückfall niemals ausgeschlossen werden kann? Gehören sie ihr Leben lang weggesperrt? Oder sozial ausgegrenzt? Der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser, der Psychotherapeut Alexander Seppelt und die Opfervertreterin Eva Plaz beschäftigen sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit eben diesen Fragen.

Donnerstag, 11. Oktober, 19 Uhr, Grünes Haus, 7., Lindengasse 40

Über Murmelstein Benjamin Murmelstein bezeichnete sich selbst als "den Letzten der Ungerechten". Der in Lemberg geborene Jude leitete die Auswanderungsabteilung der von Eichmann kontrollierten Israelitischen Kultusgemeinde Wien in der NS-Zeit und überlebte als "Judenältester" das Ghetto Theresienstadt. Einzig in der Zusammenarbeit mit den Nazis sah er eine Möglichkeit, möglichst viele Juden zu retten. Claude Lanzmann gab er 1975 elf Stunden lang Auskunft über sein umstrittenes Leben. Im Filmmuseum werden nun erstmals fünf Stunden des Filmmaterials präsentiert - Podiumsdiskussion und Publikumsgespräch mit Lanzmann inklusive.

Sonntag, 14. Oktober, 12.30 Uhr. Österreichisches Filmmuseum, 1., Augustinerstraße 1


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