Nüchtern betrachtet

Rundwanderweg 231 Revisited

Kultur | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

Wer sich in Familie begibt, watet durch ein Meer aus Lügen und Laschheit. Kaum setzt man eine Sonntagswanderung an, tönt es aus den mit Hörbüchern, Lehrmittelbehelfen, löchrigen Strumpfhosen und Süßwarenverpackungsmaterialien zugemüllten Bereichen der Wohnung in dissonantem Unisono: "Geht diesmal leider nicht, ich muss mein Portfolio für die Würzburger Hochbegabtenforschungstage erstellen!" (Laschheit) bzw. "Uäähneiijnruhabmehjedessch***wchnendwndrn?!" (Lüge). Ja, dann geh ich halt alleine wandern! Brauch ich mir das ewige Gemecker und dieses theatralische Kameliendamengeröchel nicht anhören, das sich erhebt, sobald die Steigung drei Prozent überschreitet. Und weil ich auf Gesellschaft überhaupt verzichten kann, fahr ich nicht nur nach Pernitz ("Die Perle an der Piesting"), wohin man mit einer luxuriösen Überlandstraßenbahn anreist, in der Chris Lohner Bedarfshaltestellen wie "Feuerwerksanstalt" ansagt, sondern geh dann gleich auf den Hohen Mandling und nicht auf die


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