Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

Sex

Multitask Die Lady vermag es, einen gleichzeitig ökonomischen und ökologischen Pragmatismus zu pflegen. Betrübt darüber, dass eine schlafzimmerliche Schublade vor lauter leeren Batterien zum Betrieb ihres Vibrators überzuquellen drohte, begann sie sich für ihre Genusszeiten nach Alternativgebrauchsstücken umzuschauen. Schnell landete sie bei der elektrischen Zahnbürste. Am Anfang ging es zwischen ihr und "McBürsti" noch einen Tick zu leidenschaftlich zu. Die Borsten bescherten ihr zwar einen ordentlichen, doch beinahe blutigen Orgasmus. Sie hatte sich in eine längere Rekonvaleszenz zu fügen, was gar nicht ihr Plan war. Wiederhergestellt, drapierte sie ein Wattebäuschchen dazwischen - das reizte sie zwar schonender, erschien ihr aber zu aufwendig. Den Feinschliff ihrer Beziehung erreichte sie durch die Erkenntnis, dass man sich das Ding ja bequem in umgedrehter Weise anlegen kann, die Borsten zittern in der Luft. Und sie vibriert sich nun damit wiederaufladbar in bemerkenswert hohe Himmel.

Heidi List

Fussball

Ebbe und Flutlicht In der deutschen Bundesliga gibt es seit voriger Saison wieder eine Freitagabendpartie. In der Süddeutschen wurde dazu eine interessante Theorie kolportiert: Freitagsspiele sind rassiger, besser, speziell. Erstens erzeuge schon das Flutlicht eine besondere Magie. "Ein hellerleuchtetes Stadion mitten in der Dunkelheit löst auch bei abgebrühten Profis etwas aus, was man nicht beschreiben kann", sagt Stefan Kuntz, Manager des in Freitagsspielen auffällig erfolgreichen VfL Bochum. Zweitens wären auch die Zuschauer besser drauf: "Die Männer müssen kein schlechtes Gewissen haben, weil sie noch ein ganzes Wochenende mit der Familie vor sich haben." Auch in Österreich gibt's seit dieser Saison ein Freitagsspiel. Weil hier aber auch die Samstagsspiele abends ausgetragen werden, ist kein Flutlichteffekt wahrnehmbar.

Wolfgang Kralicek


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