Koscherland

Stadtleben | Alexia Weiss | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

JÜDISCHES LEBEN Die Errichtung eines "Eruv" soll orthodox lebenden Juden die Einhaltung der Schabbatruhe erleichtern. Ein Seil macht dabei zehn Wiener Bezirke zum Privatbereich und erlaubt das Tragen, etwa von Babys.

Brechen orthodoxe jüdische Familien am Samstag-vormittag in die Synagoge auf, haben sie nichts bei sich: keine Tasche, keinen Regenschirm, keine Brille. Meist ist es nur der Vater, der sich mit den Kinden auf den Weg macht, denn am Schabbat darf man nichts tragen. Nicht einmal kleine Kinder. Daher verlassen die meisten orthodoxen Mütter samstags nicht das Haus. Tragen ist nicht verboten, weil es sich dabei um anstrengende Arbeit handelt, sondern weil damit "etwas Neues" geschaffen wird. Ein "Eruv", definiert durch das Spannen von Schnüren oder Drähten, erleichtert die Einhaltung dieses jüdischen Gesetzes. Das Konzept gibt es seit über 2000 Jahren. Der Eruv, Hebräisch für Mischung, zieht eine symbolische Grenze um ein Viertel oder einen Stadtteil, die es orthodoxen Juden


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