Gestorben wird immer

Extra | Klaus Nüchtern | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

REQUIEM Einmal mehr berichtet Josef Winkler von den Todeskontinenten Kärnten und Indien und erinnert sich in "Roppongi" ergreifend unsentimental und nachgerade zärtlich an seinen in biblischem Alter verstorbenen Vater.

Weltliteratur schreiben bedeutet auch Landnahme; bedeutet, einen Flecken Erde abzustecken und für sich zu reklamieren. Schon möglich, dass Josef Winkler dort nicht einmal begraben sein möchte (andererseits: Was weiß man?), aber das Bauerndorf Kamering, an dem er sich seit seinen frühen, Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre erschienenen Romanen über "Das wilde Kärnten" - "Menschenkind", "Der Ackermann aus Kärnten", "Muttersprache" - abgearbeitet hat, ist jetzt seins. Und so, als ob er befürchten würde, dies könnte in Vergessenheit geraten, strapaziert er in "Roppongi" immer wieder das altbekannte und eindringliche Bild vom "kreuzförmig gebauten Dorf Kamering".

Josef Winkler oder jedenfalls der Erzähler gleichen Namens, der sich ganz dicht an dem entlangschreibt,


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