Schweiß, Stress, Sucht

Extra | Christina Dany | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

ALLTAG Margit Schreiner enttäuscht mit dem schonungslos autobiografischen "Haus, Friedens, Bruch" viele Erwartungen, gibt zu wenig Hoffnung Anlass und legt genau damit ein Meisterwerk vor.

Es schreibt eine Frau um die fünfzig, alleinerziehende Mutter einer pubertierenden Tochter, Schriftstellerin. Materiell geht es ihr halbwegs gut, auf der Bank liegt ein bisschen Geld, von Reichtum kann keine Rede sein, aber für relativ luxuriöse Anschaffungen wie die lederüberzogene Ganzkörpermassagemaschine "Cumulus" reicht es allemal.

Dennoch empfindet die Autorin ihre Lebensumstände als nicht so rosig, und je länger man liest, desto mehr gelangt man zu dem Schluss: nicht zu unrecht. Suboptimale Wohnsituation, ständige Rückenschmerzen, der allgemeine körperliche Verfall, die Wechseljahre, Libidoverlust, nächtliche Panikattacken, Fressanfälle, Schweißausbrüche, Erziehungsstress, Schuldgefühle, Schreibhemmung, Tetrissucht. Das eine oder andere kennt man, dafür muss man selbst noch gar nicht


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