Mit 30 fängt das Leben an

Nicole Streitler | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

ERWACHSENWERDEN Rosemarie Poiarkovs Erzählung "Wer, wenn nicht wir" bietet präzise Beobachtungen über die Welt an der Schwelle zum hirtysomething.

Rosemarie Poiarkov, 1974 in Baden geboren, erzählt in "Wer, wenn nicht wir?" vom langsamen Sterben der Großmutter von Anna. Diese verabschiedet mit der Großmutter zugleich einen Teil ihrer Kindheit und scheint damit endgültig erwachsen zu werden. Das dreißigste Jahr, Titel eines legendären Bachmann-Erzählbandes, stellt auch für Poiarkovs Ich-Erzählerin einen Wendepunkt im eigenen Lebens dar: "Mit 30 werde ich mich für ein Leben entscheiden - andere hören mit dem Rauchen und dem Trinken auf -, das Experimentieren hat ein Ende. Ich habe keine Angst mehr davor, etwas zu versäumen. Mit 30 werde ich mir nicht mehr vorstellen können, gewisse Fragen gestellt zu haben, aber diesen Umstand nicht bedauern. Zwischen 20 und 30 sammeln wir Annahmen über unser Leben. Mit 30 ergibt sich der Schluss."

Solche und ähnliche Reflexionen über das

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