Nur Schwarz und Weiß

Extra | Helmut Gollner | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

KRIMI Mit "Tote Saison" reitet O.P. Zier eine scharfe Attacke gegen den Politfilz - allerdings mit stumpfer Lanze.

Alle schreiben jetzt Kriminalromane. Das ist die eine Beobachtung. Die andere ist, dass gesellschaftliches Engagement sich besonders gerne in die Bahnen dieses Genres begibt oder zurückzieht, offensichtlich weil dieses nicht nur mehr Leser verspricht, sondern auch einen entspannten literarischen Umgang mit den gesellschaftlichen Missständen erlaubt. Der Krimi ist zu einer Art Exil der literarischen Sozialkritik geworden.

O.P. Zier hat also einen politischen Krimi geschrieben. Dafür rekrutiert er noch einmal das Personal seines Romans "Himmelfahrt" aus dem Jahr 1998, allen voran den Ich-Erzähler Werner Burger mitsamt seiner erprobten Wut gegen die politischen Verhältnisse. Burger darf als ein Alter Ego seines Autors gelten, Schriftsteller wie dieser, wie dieser wohnhaft in St. Johann/Pongau und immer wieder befasst mit den Salzburger Verhältnissen, von ihrer "Lederhosenarchitektur"


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