Konzentrierter Knabe aus Korneuburg

Extra | Erich Klein | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

REZENSION Ferdinand Schmatz' Künstler- und Entwicklungsroman "Durchleuchtung" führt vom TGM zur Wiener Gruppe und durch ein halbes österreichisches Jahrhundert.

Franz sitzt in seinem Krankenbett, schaut sich ein Foto an, ein Satz geht ihm durch den Kopf: "Schau Liese geht auf die Wiese und pflückt sich ein Blümchen." Die Eröffnung von Ferdinand Schmatz' "Durchleuchtung" gibt Ton und Machart dieses Künstlerromans um den fünfzigjährigen Maler Franz vor: Wortspiel, Sprachspiel, ein Gemisch aus Einfalt und Dadaismus als österreichische Biografie des letzten halben Jahrhunderts.

Worunter Franz eigentlich leidet, wird 300 Seiten lang bewusst im Unklaren gelassen, um eine Kindheits- und Entwicklungsgeschichte mit deutlich biografischen Anklängen nach fast klassischen Mustern zu entfalten. "Er sah was in sich, das er nicht war, aber dass da was war, was er werden könnte", heißt es über den aufmerksamen, immer konzentrierten Knaben aus Korneuburg der nach Wien übersiedelt, zuerst die


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