Mord als schöne Kunst betrachtet

Extra | Georg Renöckl | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

TOD & VERDERBEN Evelyn Grill bleibt dem Künstlermilieu ebenso treu wie dem Hang zum Hässlichen: Ihre Erzählung "Wilma" erscheint in überarbeiteter Form, mit "Schöne Künste" legt sie ihren ersten Krimi vor.

Museumsdirektor Morwitz wird eines Morgens nackt, gefesselt und vor allem tot in seinem Museum aufgefunden, erstickt in der ranzig-gelben Sitzfläche von Joseph Beuys' "Stuhl mit Fett". Die Suche nach dem Täter verläuft unkompliziert: Ein dringend verdächtiger Körperkünstler, der den Falter-Lesern bekannt vorkommen wird, erhängt sich angesichts der erdrückenden Beweislage prompt in seiner Zelle. Die Frage nach dem whodunit ist damit vorläufig erledigt, wobei sie in Evelyn Grills erstem Krimi ohnehin eher eine Nebenrolle spielt.

Wichtiger als die kriminologische oder moralische Seite des Mordes im Museum sind in "Schöne Künste" nämlich Fragen der Ästhetik. Morwitz' interimistischer Nachfolger etwa ist froh, dass die Beuys-Installation durch den Gesichtsabdruck des Ermordeten


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