Der Roman, der aus dem Koffer kam

Extra | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

WERKAUSGABE Der jung verstorbene Werner Schwab (1958-1994) wurde als Dramatiker berühmt. Jetzt ist aus dem Nachlass der Roman "Joe Mc Vie" aufgetaucht. Mit der deftigen Satire auf die Waldheim-Ära startet der Droschl Verlag eine elfbändige Werkausgabe.

Der Slibowitz schmeckte, wie immer in solchen Lokalitäten, nach erbrochener Marmelade." Der Held von Werner Schwabs einzigem Roman hat eine Vorliebe für Wirtshäuser der härteren Kategorie. Nicht nur das verbindet ihn mit seinem Autor. Dennoch haben wir es nicht bloß mit einem Roman zu tun, in dem ein notdürftig als literarische Figur verkleideter Schriftsteller seine kleine Welt beschreibt. Das merkt man schon daran, dass der Held eigentlich zwei Helden ist. Als Protagonist des Romans tritt ein Joe Mc Vie aus Philadelphia in Erscheinung; der aber ist nur ein wildes Alter Ego eines Steirers namens Josef Thierschädl. Mc Vie und Thierschädl sind unzertrennlich wie Wirt und Parasit, wie die arme Sau und der innere Schweinehund.

Schwab


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