Ein durchschnittlicher Mann

Extra | Tobias Heyl | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

MITTELSCHICHTSEPOS Der Jury des Deutschen Buchpreises ist ein schwerer Schnitzer unterlaufen: Sie hat Michael Kleebergs grandiosen Roman "Karlmann" ignoriert.

Gegen Ende von Michael Kleebergs großem Roman "Karlmann" kommt dem Erzähler eine erstaunliche Assoziation. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Fragilität moderner Beziehungen und dem Erfolg der Firma Ikea? Fördern Möbel, die man nicht für ein ganzes Leben kauft, die Bereitschaft, sich auch bei der Wahl des Partners nicht für ein ganzes Leben festzulegen?

Im Juli 1985, an jenem Tag, da Boris Becker zum ersten Mal das Finale von Wimbledon gewinnt, feiert Karlmann "Charly" Renn in Hamburg Hochzeit. Während sich seine Braut für den Abend schönmacht, verfolgt er mit ein paar Kumpels das Spiel. Und als Beckers Sieg feststeht, erreicht den Protagonisten ein Kraftstrom vom Center-Court: das Gefühl im Leben alles erreichen zu können, wenn man nur will. So heftig packt ihn dieses Gefühl, dass er es auf dem Weg zur Feier um ein


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