Viele Welten, ein Kommissar

Klaus Kastberger | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

PHYSIK & VERBRECHEN In "Schilf" benutzt Juli Zeh die Folie des Kriminalromans, um ganz grundsätzlich über die Wirklichkeit nachdenken zu lassen.

Sie schnurren planmäßig ab, das ist es, was die Bücher von Juli Zeh ausmacht. Schon an ihrem Erstlingswerk war das deutlich geworden: Der Roman "Adler und Engel" (2001) ist ein Thriller im Drogenmilieu, der zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Völkerrecht gerät - kein Wunder, ist Juli Zeh doch selbst gelernte Juristin (Spezialgebiet: Völkerrecht) und übt diesen Beruf neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit bis heute "frei" aus.

Rechtsphilosophische Fragen spielten auch in dem Roman "Spieltrieb" (2004) eine entscheidende Rolle. Nach Art eines umgekehrten "Schüler Gerber" wird in diesem Buch an einem Bonner Gymnasium ein Lehrer von einer Gruppe hochbegabter Schüler fertiggemacht. Wie nebenbei stellt sich die Frage nach der objektiven Existenz von Recht und Unrecht, denn in ihrem nihilistischen Geniekult bleiben die Schüler

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