Gefährliches Doppelspiel

Extra | Edgar Schütz | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

KATALONIEN In seinem spannenden Roman "Die Stimmen des Flusses" zeichnet Jaume Cabré ein farbenkräftiges und deftiges Bild der franquistischen und postfranquistischen Ära.

Es ist schon ein Phänomen, wie sich der Spanische Bürgerkrieg (1936-39) und der Franquismus (bis 1975) im vergangenen Jahrzehnt in die spanische Literatur eingenistet haben. Nach langem konzertiertem Schweigen exhumiert Spanien seine Vergangenheit. Wobei die Begriffe "Spanien" und "Spanisch" im vorliegenden Fall fast ein Sakrileg sind. Jaume Cabré ist katalanischer Philologe und schreibt auch auf Katalanisch. Das hat - wie der Katalonien-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse an sich - gerade in Zeiten, da nicht nur in Catalunya, sondern auch im Baskenland (Euskadi) laut über die Unabhängigkeit nachgedacht wird - auch eine starke politische Komponente.

Doch tut dieser Aspekt bei Cabrés Roman "Die Stimmen des Flusses" im Grunde wenig zur Sache. Zwar spielt die Handlung in dem fiktiven katalanischen Bergdorf Torena,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige