Die Kunst des Verschwindens

Karl Wagner | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

KATALONIEN Enrique Vila-Matas ergründet in seinem anspielungsreichen Roman "Doktor Pasavento" die Möglichkeiten zu verschwinden und begegnet dabei sehr vielen Kollegen - von Robert Walser bis Elfriede Jelinek.

In diesem Roman der opulentesten Häufung, der variierenden Wiederholung und des exzessiven Zitats, der schillernden Anspielungen und austauschbaren Identitäten triumphiert ein Erzählen, das nichts so hanebüchen findet wie eine "handlungsstarke" Geschichte oder Intrige. All das, was der postmoderne Professorenroman gepachtet zu haben scheint, ist hier mit langem Atem und im Bewusstsein einer weit zurückreichenden Tradition dieser anderen Art zu erzählen aberwitzig, allerdings keineswegs unprofessoral kombiniert.

"Nicht von ungefähr" (wie Rezensenten zu sagen pflegen) beginnt der Roman mit einem Besuch des Schlosses von Montaigne und mit der Geburt der Gattung des Essays, die mit der des modernen Romans ("Don Quijote") zusammenfällt. Dieser Verknüpfung ist "Doktor Pasavento"

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