Erzählen wie die Erbsen

Jörg Magenau | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

BULGARIEN In seinem nachgerade dahergeplauderten "Natürlichen Roman" nimmt sich Georgi Gospodinov Flora und Fauna zum Vorbild und setzt der Fliege ein Denkmal.

Naturgeschichte, so erklärt ein vorangestelltes Motto, ist nichts anderes als "die Benennung des Sichtbaren". Auf gleichsam natürliche Weise zu erzählen ist das erklärte Ziel von Georgi Gospodinov. "Natürlicher Roman" nennt er seinen Versuch, Kunst als etwas Organisches direkt aus dem Leben entstehen zu lassen. Anstatt eine Geschichte mit zwingendem Ablauf zu konstruieren und sich den Notwendigkeiten einer narrativen Konstruktion zu ergeben, setzt Gospodinov auf die Kontingenz der Einzelheiten. Er träumt von einem Roman, der aus nichts als Anfängen besteht. Dieser Roman, so seine Hoffnung, "wird nur den ersten Anstoß geben und taktvoll genug sein, sich in den Schatten des folgenden Anfangs zurückzuziehen und die weitere Verbindung der Helden untereinander dem Zufall zu überlassen. Das würde ich einen natürlichen Roman

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