Tschechow im Lager

Extra | Erich Klein | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

GULAG Warlam Schalamow (1907-1982) beschreibt in seinen "Erzählungen aus Kolyma" die stalinistischen Lager unerbittlich und ohne humanistisches Pathos.

Alexander Solschenizyn bezeichnet seinen "Archipel Gulag" als "Versuch einer künstlerischen Untersuchung" über die Verbrechen des Stalinismus und seine 25 Millionen Toten. Warlam Schalamow (1907-1982), der 1937 wegen Verbreitung von Lenins "Testament" 1937 als "Volksfeind" verurteilt wurde und insgesamt 17 Jahre in Stalins Lager verbrachte, ist mit seinen "Erzählungen aus Kolyma" dieser Versuch gelungen. Die drei Dutzend Erzählungen aus "Durch den Schnee" über das "Auschwitz ohne Krematorium" am sibirischen Kältepol der Grausamkeit bieten als erster einer auf sechs Bände angelegten Werkausgabe eine Auswahl aus den mehr als 1500 Seiten der "Kolymski Raskazij".

Schalamow selbst war zeitweilig "Dochodjaga", ein ausgezehrter "Kümmerer" (in der Diktion der Nazis: "Muselmann"), aber auch "Pridurok", also Arzthelfer. Er beschreibt Häftlinge,


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