Krisenproduktionsmaschine

Kathrin Röggla | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

KRITIK In "Die Schock-Strategie" erklärt Naomi Klein ihrer Fangemeinde, dass der Kapitalismus sich die Welt mit gesteuerten Katastrophen unterwirft.

Nach dem "militärisch-industriellen-Komplex" der Achtziger- und dem "Casino-Kapitalismus" der Neunzigerjahre jetzt also der "Katastrophen-Kapitalismus-Komplex". Die kanadische Journalistin Naomi Klein, die vor sieben Jahren mit ihrem Weltbestseller "No Logo" das Manifest der Globalisierungskritiker schrieb, geht es nicht darum, ein neues Label zu erfinden, sondern die Genese eines weltumspannenden Systems zu erzählen, welches sich durch ein herausstechendes Merkmal auszeichnet: Es produziert Katastrophen, nicht nur, um Profit daraus zu ziehen, sondern um sich als herrschende Machtstruktur fix zu installieren.

Am Ausgangspunkt dieser Geschichtsschreibung stehen die Elektroschockexperimente der Psychiatrie der frühen Fünfzigerjahre, die auf der Vorstellung der Entprägung des Menschen beruhten, den man als Tabula rasa dann neu und "gesund"

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