Harmonie ist eine Strategie

Extra | Lukas Wieselberg | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

FERNOST Ist Chinas kommunistische Partei ein Garant für politische Stabilität oder eine Staatsmafia? Zwei Bücher, zwei Meinungen.

In der "Chinafrage" waren die westlichen Intellektuellen stets uneins. Leibniz hielt "Tschina" für ein Europa des Ostens, Voltaire für ein Musterbeispiel des aufgeklärten Absolutismus. Bald aber kippte das Bild: Seine jahrtausendealte Tradition ließ China für Hegel "gleichsam außerhalb der Weltgeschichte" liegen, Nietzsche sprach vom chinesischen "Stillstandsniveau" und Engels hielt das Land für eine "verwesende Halbkultur am Ende der Welt". Gleich ob Vor-oder Zerrbild, China war für den Westen immer ein Gegenpol, wie die Sinologin Margareta Grießler in "China. Eine Annäherung" mit Zitaten wie diesen überzeugend illustriert.

Von Stillstand und Verwesung ist mittlerweile nichts mehr zu spüren. Den Spagat, den die Machthaber dabei heute zu machen haben und "sozialistische Marktwirtschaft mit chinesischen Kennzeichen" nennen, beschreibt Grießler eher


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