Kritik am Ende der Kritik

Extra | Nikola Langreiter | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

KULTURWISSENSCHAFT Wolfgang Maderthaner und Lutz Musner müssen die Abschaffung der Vernunft beobachten.

Einmal aufgeklappt, präsentiert sich das schmale blaue Büchlein aus der Reihe der "Wiener Vorlesungen" als Schwergewicht. Die beiden Kulturwissenschaftler reflektieren ihr Fach und klinken sich mit "Die Selbstabschaffung der Vernunft" in die ohnehin schon langwierige Kulturalismusdebatte ein.

Eingangs erläutern die Autoren, wie es zum Ende der Gesellschaftskritik gekommen ist. Sie starten in den 1970er-Jahren - als alles noch gut war - und geben einen Überblick über die Theorien, die seither prägend waren: von Postmoderne, Cultural Materialism und Diskursanalyse bis zu den heute hippen Cultural Studies. Politik und Ökonomie, diagnostizieren sie, wurden zusehends ignoriert, Soziales wurde durch Kultur ersetzt.

Was Wolfgang Maderthaner und Lutz Musner erst theoretisch aufrollen, unterfüttern sie in den folgenden Kapiteln mit konkreten Beobachtungen. Statt von Klassen oder sozialen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige