Die Unschuld vom Lande

Extra | Martin Droschke | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

UMWELTGESCHICHTE David Blackbourn zeigt, dass "Die Eroberung der Natur" nicht nur Schaden, sondern auch Segen brachte.

Gravierende Eingriffe in Geologie und Ökologie kennt die Geschichte seit den Pharaonen, die den Nil mit dem Roten Meer verbanden. Vor rund 250 Jahren versetzten technische Neuerungen, etwa im Wasserbau, die Monarchen Europas erstmals in die Lage, in die Gestalt der Landschaft einzugreifen und dem Kontinent ein neues Gesicht zu verpassen.

"Die Eroberung der Natur" ist aber keineswegs nur ein Auswuchs menschlicher Hybris, die heute mit Jahrhunderthochwassern und Klimawandel bestraft wird, wie David Blackbourn am Beispiel Deutschlands zeigt. Der britische Historiker findet bei einer Reihe von Großprojekten neben Schaden auch jede Menge Segen. Seine differenzierte Betrachtung der Trockenlegung des Oderbruchs oder des Baus von Talsperren stellt dem Klischee von der Unschuld ursprünglicher Landschaften die Tatsache gegenüber, dass die Bevölkerung bereits im 19. Jahrhundert


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