Kein Krieg gegen Frauen

Martin Lhotzky | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

GESCHICHTE Die Hexenverfolgungen faszinieren Historiker und Öffentlichkeit. Die Qualität dreier Neuerscheinungen variiert enorm.

Aus dem männlichen "maleficos" in Vers 19 aus dem zweiten Buch Mose ("maleficos non patieris vivere", "die Zauberer sollst du nicht leben lassen") las der Dominikanerprior Heinrich Kramer (lat. Institor) nur zu gerne das weibliche "maleficas" heraus, fantasierte, durch ältere Schriften und erpresste Geständnisse beeinflusst, eine Hexensekte als Bedrohung der christlichen Ordnung herbei und verfasste 1486/87 den "Malleus maleficarum" ("Hexenhammer"), einen wirren Traktat, der bis heute als Auslöser der neuzeitlichen Hexenverfolgungen gesehen wird.

Nicht nur jenes Buch, sondern diese gesamte Zeit der Hexenprozesse, die in Österreich und Bayern immerhin bis etwa 1770 andauerte, untersucht die schmale, aber großteils gut dokumentierte Einführung von Johannes Dillinger, Professor für Neuere Geschichte in Trier. Er fasst darin die Entwicklung der Disziplin,

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