Die Paten als Unternehmer

Extra | Matthias Dusini | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

MAFIA Mord und Immobilien, Drogen und Tourismus. Die neapolitanische Camorra verschmilzt organisierte Kriminalität mit legalem Wirtschaften. Roberto Savianos "Gomorrha" ist ein Augenöffner.

In der Nacht zum 16. August 2007 wurden vor einer Pizzeria in Duisburg sechs Italiener erschossen. Die Polizei vermutete hinter dem Verbrechen die kalabrische Mafiaorganisation 'Ndrangheta. Als kurz darauf Roberto Savianos "Gomorrha" in deutscher Übersetzung erschien, wurde der 28-jährige Neapolitaner mit Interviewwünschen überhäuft. Ihm zufolge gelten die 'Ndrangheta und vor allem die neapolitanische Camorra zu Unrecht als harmlose Varianten der sizilianischen Cosa Nostra.

In seinem vor Fakten strotzenden Buch widerlegt Saviano dieses Vorurteil als Teil einer Strategie. Statt eine Art Gegenstaat mit militärischen Mitteln zu errichten, wie es die sizilianische Mafia in den Achtzigerjahren durch die Ermordung prominenter Politiker oder Attentate auf Kulturdenkmäler versuchte, setzen die Camorra-Familien

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