Omas trockener Marmorkuchen

Sabina Auckenthaler | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

MENTIOLOGIE Einmal ernsthaft und wenig überraschend, einmal richtig witzig: zwei Bücher über die Allgegenwart der Lüge.

White Lies, Notlügen, krankhaftes Lügen, Fälschung. In "Lob der Lüge" nähert sich die Journalistin Claudia Mayer ihrem Gegenstand von mehreren Seiten an: über psychologische Studien, soziologische Abhandlungen, kriminalistische Einblicke bis hin zum Selbstversuch mit dem Lügendetektor. Aber trotz (oder wegen) der Vielfalt an aufgefahrenen Disziplinen erfährt man wenig Neues.

Die gewählten Beispiele sind häufig allzu naheliegend - etwa Omas trockener Marmorkuchen, den man runterwürgt, um der alten Dame nicht das Herz zu brechen. Und an manchen Stellen wünscht man sich mehr kritische Distanz zu den präsentierten Studien. Beispiel: Männer lügen am öftesten, wenn es ums Auto und den Job geht, Frauen bei ihrem Gewicht und Alter. Entsprechend mager ist die Essenz des Buches: Lügen müssen nicht immer schlecht sein und erfüllen auch wichtige Funktionen im

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