Im Sog des Kapitals

Nicole Scheyerer | Extra | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

ANALYSE Was ist gute Kunst? Drei Publikationen schwanken zwischen Ratgeber, Marktübersicht und Kunstkritik.

Als Grand Tour wurde im vergangenen Sommer die Reise zu den Großausstellungen in Venedig, Basel, Münster und Kassel vermarktet. Der Vergleich mit den Bildungsreisen, bei denen die Aristokratie und später auch das gehobene Bürgertum ab dem 17. Jahrhundert die wichtigsten Baudenkmäler und Kunstwerke Europas abklapperten, stellte sich aber als reichlich unpassend heraus.

An die Stelle der tiefen Berührung, die noch ein Goethe an den antiken Stätten Italiens empfinden konnte, trat bei der Fahrt zur zeitgenössischen Kunst eher Ratlosigkeit. Noch nie vermochten Documenta und Co. ein so großes Publikum anzuziehen wie heute. Und doch bleibt diffus, was für einen Gewinn die Betrachter aus diesem Konsum ziehen. Insofern überrascht es nicht, dass eine Reihe von Neuerscheinungen die Gründe des aktuellen Kunstbooms zu erklären und zu definieren versucht, was "gute Kunst" sein soll.

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