Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 41/07 vom 10.10.2007

KASTANIENKLAUBEN Ganz still war´s im Haus. Der Bub am Küchentisch gsessen, Kakao dampft, und hat sich eine dicke Schnitten vom Quittenkäs aufs Rosinenbrot glegt. Der Duft hat sich mit der warmen Luft gmischt, das Herbstlicht hat durchs Fenster gleuchtet. Hätt nicht sagen können, wann das Leben schöner war. Hat sich aufs Ballspielen mit den Nachbarbuben im Nachbargarten gfreut, auf die Mittagssuppen und die Zwetschgenknödel von der Großmutter, aufs Kastanienklauben am Nachmittag, aufs Basteln am Abend. Eine lustige Kastanienfamilie wird er machen, denkt er, Kastanienpapa, Kastanienmama, Kastanienkind, Kastanienhund. Kastanienhaus. Speis, denkt er. Gschaut. Ein dunkler roter See gstanden. Ganz still und dick im Herbstlicht. Haben sich die Eltern doch noch gfunden, hat der Bub dacht. Anorak gnommen und kicken gangen.


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