Spielplan

Kultur | Hermann Götz und Gregor Schenker | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

Herbst-Theater-Abschluss: Mit seinen beiden letzten dramatischen Produktionen zeigt der steirische herbst noch einmal, wie vielfältig Theater sein kann. In der österreichisch-niederländischen Uraufführung "feminine delight" gewähren zunächst Franz Poelstra und Robert Steijn, musikalisch begleitet von Martin Siewert, Einblick in ihre Fiktion einer Frauenkarriere. Mit kluger Dramaturgie werden dabei die Erzählebenen verwischt. Jene, wo zwei Männer vorgeben, Frauen zu sein, und jene der Tänzerinnen-Muse, die von ihrer Geliebten erzählt: von Aufstieg und Fall eines Stars. Wenn Robert Steijn seinem bierbauchigen Männerkörper vor Spiegel und Publikum grazil-feminine Bewegungsversuche abnötigt, ist das jedoch nur Vorspiel. Der entscheidende Dreh der Inszenierung ist vielmehr, dass die beiden Mannsbilder zeigen wollen, wie sich wahre Schönheit im Tanz aus weiblicher Sexualität ableitet. Während die Herren in hohen Absätzen ihre Vagina besingen (und ihre Eierstöcke), klafft in


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