Symptom des Glaubens

Politik | Robert Misik | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

NOBELPREIS Stars werden Politiker. Das kommt häufig vor. Al Gore schaffte es andersrum. Demnächst holt er sich den Nobelpreis ab.

Al Gore hatte in der Nacht zum Freitag sein Telefon sicherheitshalber eingeschaltet gelassen. Als es bis zum Morgen nicht geläutet hatte, ging er davon aus, den Friedensnobelpreis doch nicht erhalten zu haben. So schalten Gore und seine Frau Tipper CNN ein, um zu hören, wer der Glückliche sei. Es waren überraschende Nachrichten für die beiden - und ziemlich erfreuliche noch dazu.

Eine Genugtuung ohnehin - der Höhepunkt der Neuerfindung der Person Gore. Nach dem Oscar für die Klimawandeldokumentation "Eine unbequeme Wahrheit" jetzt also der Friedensnobelpreis für einen Mann, der gerade noch weit unten war. Denn Gore hat einiges durchgemacht: Abschied aus dem Weißen Haus, den Thriller um die Neuauszählung in Florida, die Entscheidung des Höchstgerichts und all die Häme rundherum. Erinnern wir uns: 2000 verlor Gore gegen George W. Bush. Er hatte zwar


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