Kein Fleisch vom Fleisch

Politik | Anton Pelinka | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

SPÖ Vergangene Woche machte einer mit der Politik Schluss, der der Sozialdemokratie fehlen wird. Zum politischen Typus des Caspar Einem.

Caspar Einem passte nicht so recht in die SPÖ. Man hätte ihn eher zu den "Döblinger Regimentern" der Volkspartei oder zu den Grünen der Josefstadt zählen können, wenn er - in seinem Kampf um Vorzugsstimmen - auf der Straße Broschüren verteilte: keiner, dem es leicht fällt, Schultern zu klopfen; auch keiner, dem man es abgenommen hätte, sich in jungen Jahren - nach der Absolvierung des VSStÖ-Seminars "Wir lesen, Das Kapital' (für Fortgeschrittene)" - in den endlosen Kabalen der linken Fraktionskämpfe der Siebzigerjahre verbraucht zu haben.

Caspar Einem passte vor allem nicht in die Linie der sozialdemokratischen Innenminister, von Oskar Helmer bis Karl Schlögl. Die SPÖ-Devise war immer: "Wir" müssen die Kontrolle über die Polizei haben. Und dafür brauchen "wir" einen, der sich nach links mindestens ebenso deutlich abgrenzt wie nach rechts.


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