Die größere Hoffnung

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

MIGRATION In ihrer Heimat droht ihnen keine Verfolgung. Trotzdem wollen sie nicht zurückkehren. Wer sind die Menschen, die vor dem Elend in der Welt nach Österreich flüchten?

Der Inder versteht es nicht. Oder will es nicht verstehen. Fünf Jahre und sechs Monate hat Herr K., der aus einer Provinz nahe Delhi stammt, auf diesen Tag gewartet, und jetzt das: "Wir haben vor, Sie abzuschieben", steht in dem Brief der Fremdenpolizei. Auch der Verwaltungsgerichtshof sehe keinen Grund für eine Wiederaufnahme seines Verfahrens. Zum fünften Mal - zuerst auf Deutsch, dann durch einen Übersetzer - wird ihm erklärt, was das bedeutet: Seine Chance auf Asyl ist endgültig vorbei. Der Inder kann das nicht verstehen. Er möchte in Österreich arbeiten, das tue er doch seit über fünf Jahren, und jetzt soll das nicht mehr möglich sein? Zuletzt stand er als Zeitungskolporteur auf der Straße, 15 Euro für fünf Stunden. Seinen Händen sieht man an, dass sie schwer gearbeitet haben. Am rechten Zeigefinger


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