Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

Vielleicht war nur irgendwem im News-Tower langweilig. Und da kann man in den Untiefen des World Wide Web schon einiges finden, was den Lesern nicht vorenthalten werden darf. Zum Beispiel die sensationelle Entdeckung, dass jene Schöffin im Bawag-Prozess, die das Gerichtsverfahren beinahe platzen ließ, nicht nur die Schwester der einstigen Bulle von Tölz-Liebe ist (das hat News schon vor Wochen berichtet), sondern auch einer Prostituierten aus dem Netz frappant ähnelt. Die Ex-Schöffin eine "(S)Ex-Schöffin", rätselt das Boulevard-Heft. Und? Dürfen Prostituierte keine Gerichts-Schöffinnen sein? Muss man die Frau deswegen outen? Und haben News-Redakteure nichts Besseres zu tun, als auf Homepages wie www.sexy-ladys.at zu surfen? Würden sie nie tun. Natürlich hat sich "ein anonymer Leser an die News-Redaktion gewandt und per mail auf einen interessanten Weblink hingewiesen". Sie mailen, wir schreiben - so funktioniert News also. Und gleich daneben die Meldung, dass 400.000 Österreicher depressiv seien. Bei so einer Medienlandschaft sollten es eigentlich noch viel mehr sein.


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