Contergan und Champagner

Kultur | Matthias Dusini / London | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

KUNST Die Londoner Kunstmesse Frieze Art Fair feierte ihren fünften Geburtstag. Hier treffen sich Künstler, Stars und Millionäre. Ein Lokalaugenschein auf dem Bazar des neoliberalen Kapitals.

Am letzten Mittwoch hält im Gang des Flugzeugs nach London eine Frau in Chanelkostüm und mit Perlenkette die Mitreisenden auf, da sie erst ein in Noppenfolie gewickeltes Bild im Gepäckfach verstauen muss. Im Laufe des Tages werden noch viele teuer gekleidete Menschen zu sehen sein, die anderen, ähnlich gestylten Personen in Folie verpackte Gegenstände nachtragen. Peinlich berührt lächelnd, laufen die Käufer hinter den Kunstpagen her; sie haben sonst wenig zu tun mit solch alltäglichen Tätigkeiten.

Kunstshopping macht glücklich. Zum einen jene 151 Galeristen, deren Programm von einer Jury zur Teilnahme an der Frieze Art Fair für würdig befunden wurde und nun das Geschäft des Jahres machen; zum anderen jene Käufer, die etwa eine Leuchtschrift von Tracy Emin um 70.000 Euro erstehen konnten.


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