Halt, da ist ein Spalt

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

NOBELPREIS Hat Doris Lessing den höchst(dotiert)en Literaturpreis zu Recht gewonnen? Alfred Nobels Testament und Lessings jüngster Roman sprechen dagegen.

Am 11.10., elf Tage vor ihrem 88. Geburtstag, erhielt Doris Lessing den mit zehn Millionen Kronen, also umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro, dotierten Literaturnobelpreis zugesprochen und verkürzte die Bilanz auf 11:93. In der 106-jährigen Geschichte des Preises ist die 1919 im persischen Kermanschah als Doris May Tayler geborene Tochter eines britischen Offiziers und einer Krankenschwester erst die elfte Frau, die diese von der Schwedischen Akademie vergebene Auszeichnung gewinnen konnte. Die Autorin selbst merkte zwar sarkastisch an, noch schnell geehrt worden zu sein, "bevor ich abkratze", zeigte sich aber auch zufrieden: "Ich habe jeden gottverdammten Preis in Europa gekriegt - das ganze Paket. Ich bin begeistert, es ist ein Royal Flush."

"Seit dreißig Jahren" war Doris Lessing, eigenen Auskünften zufolge, im Gespräch. Symptomatisch


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