Editorial

Extra | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

Das Handy-Video vom letzten Rausch in der Bauerndisco, Nacktfotos vom Ibiza-Urlaub oder die unsicher gereimten Zeilen an die erste große Liebe: Good bye privacy! Wir sind öffentlich. Im Internet ist niemand mehr davor sicher, entblößt zu werden. Oder ist sich nicht zu blöd, sich selbst zu entblößen. Zeit für drastische Maßnahmen! Deswegen haben wir uns in der dritten Ausgabe dieses von Studierenden für Studierende gemachten Magazins entschlossen, der öffentlichen Selbstdarstellung ein Schnippchen zu schlagen und endlich ein Zeichen zu setzen: Wir verzichten auf das obligatorische Redaktionsfoto. Nur unsere Laptops zeugen von unserer Existenz. Denn wir haben Angst. Die Datenlawine rollt. Das mussten wir auch im Zuge unserer Recherchen erfahren. Von der unzuverlässigen Definitionsmacht der Online-Enzyklopädie Wikipedia (S. 8) über die Versuche unserer Regierungen, Daten über uns zu hamstern (S. 48), bis zu den Gefahren der Internetsucht (S. 58): Die Welt verändert sich - haben schon unsere Omas immer gesagt.

Doch manche Dinge bleiben. Der Hormonstau zum Beispiel. Unser Selbsttest beweist: Online sind die gleichen Wahnsinnigen unterwegs wie in der wirklichen Welt (S. 26). Oder der Kreativitätsstau: Auf MySpace kann man angeblich über Nacht berühmt werden (S. 32).

Auch diesmal wieder haben die gesalbten Kräfte des Studiengangs Journalismus und Medienmanagement der FH Wien zusammen mit den ausgefuchsten Profis des Falter Verlages das Heft gestaltet. Natürlich haben auch wir das Rad neu erfunden. Wie es sich für ein adoleszentes Heft eben gehört. Gott schütze Österreich!

Das durst-Team


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