Virtuelle Bekanntschaften

Extra | Markus Zahradnik | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

Der Chatroom als sozialer Sandkasten: Selbstfindung, Sucht und Weltschmerz

"Ein Bier aufmachen - und ab in den Chat!" Wenn Iris die prägende Phase ihres bisherigen Lebens beschreibt, braucht sie dafür nicht viele Worte. Der Augenschein widerspricht dem Klischee vom einsamen Computerfreak: Die Wohnung der 23-jährigen Skandinavistik-Studentin ist belebt von Musik und Menschen; die Gastgeberin wirkt positiv und selbstsicher, nicht wie jemand, der nur zur aseptischen Konversation im Internet fähig ist. Dennoch sind das Bier und das Einloggen für Iris Routine gewesen, zwei Jahre lang, fast allabendlich. Rund 2.000 Stunden verbrachte sie zwischen ihrem 16. und 18. Geburtstag im Chat des Radiosenders FM4, oft ganze Nächte. "Weil ich mir am Land in Kärnten irgendwie eingesperrt vorgekommen bin und im Chat Leute kennen lernen konnte, die ich sonst nicht getroffen hätte."

Seit den 1980er-Jahren reden Menschen miteinander über Tastatur und vernetzte Computer. Eine Erhebung des Deutschen Statistischen


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