Das Copy & Pastesyndrom

Extra | Markus Zahradnik | aus FALTER 42/07 vom 17.10.2007

Immer mehr wissenschaftliche Arbeiten werden abgeschrieben. Eine Anti-Plagiat-Software soll die schwarzen Schafe finden. Kann sie das?

Sie plagen sich Wochen. Wenn nicht Monate. Petra Gundahl brauchte zwei Stunden. Dann war sie fertig - die ungeliebte Seminararbeit im ersten Semester an der Wiener Hauptuni. Zusammengestoppelt aus allen Texten, die die Studentin im Internet zu ihrem Thema finden konnte. Schlimm findet sie das nicht, "das machen doch alle". Unter ihrem echten Namen will Gundahl dann aber doch nicht in der Zeitung stehen: "Vielleicht schäme ich mich ein bisschen."

Dabei ist es auf Österreichs Hochschulen nicht ungewöhnlich, fremde Werke als die eigenen auszugeben: Ein Projekt der Universität Innsbruck entlarvte im Jahr 2005 knapp die Hälfte der kontrollierten Seminararbeiten als Plagiate. Diese Quote sinkt zwar mit voranschreitender Hochschullaufbahn, tendiert aber nicht gegen Null: Die Wiener Politikwissenschaftsprofessorin Birgit Sauer äußerte im Vorjahr den Verdacht,


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