Vom Biegen der Töne mit dem Ohr

Carsten Fastner | Extra | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

GEORG FRIEDRICH HAAS Der Meister der Zwischentöne steht heuer im Zentrum von Wien Modern. Ein Gespräch über die Grenzbereiche des menschlichen Hörens und kompositorische Expansionsbestrebungen.

In der Internetenzyklopädie Wikipedia heißt es, zentrale Themen im Schaffen von Georg Friedrich Haas seien "Nacht, Fremde und Romantik". Die Frage, ob er sich in dieser knappen Charakterisierung wiederfinde, quittiert der Komponist, dessen Arbeiten heuer im Zentrum von Wien Modern stehen, mit einem amüsierten Ausruf: "Ach, da ist das her! Ich lese das in letzter Zeit dauernd über mich."

Falsch ist es freilich nicht, was da im Netz behauptet und in Programmheften weiterverbreitet wird. Werke wie das Klavierkonzert "Fremde Welten" (1997) oder die Kammeroper "Nacht" (1998), das Ensemblestück "In vain" (2000), das Schlagzeugkonzert "Wer, wenn ich schriee, hörte mich ..." (1999) oder das dritte, in völliger Dunkelheit zu spielende Streichquartett "In iij Noct." (2001) sprechen schon im Titel

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