Musik für die Ohraugen

Extra | Joachim Schätz | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

RETROSPEKTIVE FRANK SCHEFFER Seit zwei Jahrzehnten verfertigt der Niederländer klare, wendige Doku-Studien über die Musik des 20. Jahrhunderts. Bei Wien Modern sind die besten davon zu sehen - und zu hören.

Sein Lebensziel sei es, immer genauer und vielschichtiger zu hören, führt in Frank Scheffers Reportage "Helicopter String Quartet" (1996) ein aufgeregter Karlheinz Stockhausen aus: "Und die Augen helfen oft den Ohren." So ähnlich ließe sich auch Scheffers künstlerisches Programm beschreiben: die akustische Wahrnehmung visuell zu schärfen, zu vertiefen. Ein Scheffer-Film aus dem Jahr 1992 trägt dann auch den schönen Titel "And the Eareye Seehears".

Schon Scheffers erstes filmisches Erleuchtungserlebnis - "Panzerkreuzer Potemkin" mit 16 im Fernsehen - war eher ein musikalisches: "Der Schnitt und der Bildrhythmus waren Musik für mich", erklärte der Filmemacher, der ursprünglich Maler werden wollte, in einem Interview: "Ich hab mir gedacht: Toll, jetzt kann ich meine Liebe zur


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