Der Avantgardist als Allrounder

Extra | Jürg Stenzl | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

LUCIANO BERIO Er schrieb große Opern für Salzburg und komplexe Collagen für Tonband, experimentierte mit Stimmen, arrangierte Folk-Songs und die Beatles: Für den Italiener war alles Klingende Musik.

Es gibt ein frühes, wohl zur Zeit des Zweiten Weltkrieges entstandenes Foto, auf dem der jugendliche Luciano Berio auf einem Balkon steht, verträumt, Gitarre spielend. Im ligurischen Oneglia wurde er 1925 geboren; sein Großvater und sein Vater vermittelten ihm die musikalischen Grundbegriffe, denn seine Vorfahren waren seit langem musikalisch tätig. Das hieß auch damals noch, wie im 18. Jahrhundert, in der Kirche und der Schule, in der Blasmusik und auf dem Tanzpodium für alles Musikalische zuständig zu sein. Luciano Berio ist mit Musik groß geworden - doch zunächst keineswegs mit anspruchsvoller Kunstmusik, auch darauf weist das Bild des Jugendlichen mit der Gitarre hin. Musik war Teil des täglichen Lebens. Berios früheste, meist nur dem Titel nach bekannte Kompositionen waren


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