Ein Verweigerer

Kein "Standby"

Medien | Alfred J. Noll | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

Irgendwann in den Siebzigern hat mir mein Vater einen "Weltraumkugelschreiber" geschenkt. Nette Sache: Er versah seine Dienste, auch wenn man die Spitze nach oben hielt. Ich habe ihn genommen und ihn dann vergessen - im Laufe meines bisherigen Lebens konnte ich es so einrichten, dass das Papier zwischen der Spitze des jeweils benützten Schreibgeräts und dem Erdmittelpunkt zu liegen kam.

Mit dem Handy geht's mir nicht anders: Bisher brauchte ich es nicht. Das Sekretariat unserer Kanzlei funktioniert klaglos zwischen acht und 18 Uhr, wer mich danach erreichen will oder muss, ruft mich am Festnetz an - und via Mail bin ich sowieso zwischen sieben Uhr früh und ein Uhr nachts erreichbar. Ich brauche kein Handy.

Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Ich mag das Handy nicht, oder genauer: Ich kann die mit dem Gebrauch des Handys verbundenen sozialen Verhaltensweisen und die damit verbundenen kognitiven Prozesse nicht leiden. Das Handy ist zur Institution geworden, das Sicherheit, Zuverlässigkeit,


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