Kommentar

Die ungehaltene Rede des Stadtrats

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

So viel Applaus wie am vergangenen Freitagabend im Gartenbaukino hat der Wiener Kulturstadtrat vielleicht noch nie für eine Rede bekommen. Angesichts der traditionell opulenten Rednerliste bei der Eröffnung der Viennale verzichtete Andreas Mailath-Pokorny darauf, seine vorbereitete Rede zu halten, und versprach dem dankbaren Publikum, sie stattdessen ins Internet zu stellen. Dort, auf der Homepage der Viennale, ist die Rede tatsächlich nachzulesen.

Was also hätten die Filmfans am Freitag gehört, wenn Mailath nicht geschwiegen hätte? "Die Viennale zeigt heuer 300 Filme aus 35 Ländern", hätte der Stadtrat eingangs festgehalten. "Sie gewährt damit einen faszinierenden Einblick in globale ethnische Vielfalt." Nach dieser Eröffnung hätte Mailath etwas ansatzlos, aber doch zwangsläufig auf aktuelle innenpolitische Fragen übergeleitet. "Grundsätzlich besteht Hoffnung auf einen grundlegenden Wandel in einer für unser Zusammenleben entscheidenden kulturellen Frage: nämlich der, wie

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