Häuser mit und ohne Menschen

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

Viennale Kafka in Wien, der Wiener Architekt Rudolph Schindler in den USA, ein Geisterdorf auf Sizilien: drei exemplarische österreichische Dokumentarfilme.

Heute Milena, Milena, Milena!" Vor lauter Sehnsucht versagen dem Literaten, der auf die Ankunft der Geliebten wartet, die Worte. Aus dem Off liest Sylvie Rohrer aus Tagebucheinträgen und Briefen von Franz Kafka an Milena Jesenská, die rund um jene vier Sommertage des Jahres 1920 entstanden, die das Paar bei einem Besuch in Wien und Umgebung gemeinsam verbracht hat. "Heute werde ich mir wahrscheinlich die Sehenswürdigkeiten ansehn; Lerchenfelder Straße, Postamt, den Gürtel vom Südbahnhof zur Lerchenfelder Straße, die Kohlenhändlerin und dergleichen, möglichst unsichtbar."

"Sag es mir Dienstag", heißt der knapp halbstündige, auf Super-8 gedrehte Film von Astrid Ofner, der herzzerreißend intime Briefpassagen zwischen Kafka und Milena mit flüchtigen Bildern aus dem Wien von heute assoziiert. Mit wunderbarer Leichtigkeit streift


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige