Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

Am Ende kommen Touristen Sven wollte eigentlich nach Amsterdam. Stattdessen hat man den Zivildiener in die Gedenkstätte nach Auschwitz geschickt. Eine seiner Hauptaufgaben besteht darin, sich um Krzeminski zu kümmern, einen Überlebenden des Holocaust, der mit dem jungen Deutschen aber nichts Rechtes anzufangen weiß. So deplatziert Sven sich in Os´wieçim fühlt, so befremdend ist für den alten polnischen Juden auch schon dessen bloße Anwesenheit. Robert Thalheim, der Regisseur, dürfte ebendort als Zivi vermutlich ähnliche Erfahrungen gemacht haben; sein Debütspielfilm hält die latente Anspannung, die zwischen den Protagonisten herrscht, von der ersten Szene bis zur letzten in Schwebe. Selbst über den heiter gestimmten Momenten, die Sven mit der gleichaltrigen Fremdenführerin Ania verlebt, liegt etwas Bedrückendes. Großartig, wenn die beiden junge Leute eines sonnigen Tages die Landstraße entlangradeln: keine zehn Meter an der Stacheldrahteinzäunung des ehemaligen Vernichtungslagers


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