Stadtrand

Isst da jemand?

Stadtleben | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

Man muss sich nur an den Nordrand der Stadt begeben, ein paar Mal umfallen und schon ist man im Garten Eden. So ungefähr. Gleich bei Langenzersdorf ("L.E.") besitzt nämlich das Stift Klosterneuburg Apfelgärten. Nicht irgendwelche winzigen Obstgärtlein, sondern zwei Plantagen mit richtig viel Spalierobst: Tausende Bäume, so weit das Auge reicht. Doch die Gottesleute von der anderen Donauseite machen es seit zwei Jahren wie die Vögelein auf dem Felde: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen. Die Plantagen am Nordrand sind verpachtet, heißt es. Gepflegt, gespritzt und geschnitten werden die Obstbäume nicht. Die brechen mittlerweile unter der Last der Früchte schier zusammen. Demnächst, nach dem ersten Frost, werden hier Klosteräpfel tonnenweise vergammeln. Zum Glück hat der Zaun rund um die Apfelpracht Löcher. Die Bürger von L.E. ernten zumindest für den Hausgebrauch (was Diebstahl ist!). Aber dass sich ausgerechnet die Kirche aus den Paradiesfrüchten nichts macht, ist schon verwunderlich. Bedarf und Bedürftige gibt's schließlich auch in diesen Kreisen. Isst da jemand Äpfel? C. W.


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