Fragen Sie Frau Andrea

Jakobstopf

Stadtleben | aus FALTER 43/07 vom 24.10.2007

Liebe Frau Andrea,

diese Woche gebe ich dem lieben Gott wieder einmal eine Chance, mich unanständig reich zu machen. Ich spiele Lotto, denn 2,8 Mio. Euro sind im Jackpot. Vielleicht tröstet mich, wenn ich ihn doch nicht knacke, Ihre Klärung meiner Frage: Warum heißt der Jakobstopf so? Geld- und wissbegierig,

Beatrice Eipeldauer, Wien

Liebe Beatrice,

so unwahrscheinlich es ist, dass Ihre Gebete an den Lottogott erhört werden, so sicher darf ich Sie glücklich machen: Mit dem Ausdruck Jackpot bezeichnen Lotteriegesellschaften jene hohe Gewinnquote, die dadurch entsteht, dass es in vorausgegangenen Spielrunden keine Gewinner im ersten Rang gegeben hat und sich die Gewinnsumme der neuen Runde um die vorher nicht ausbezahlte erhöht. Für die Entstehung des Ausdrucks gibt es drei konkurrierende Mythologien, die alle aus dem anglosächsischen Kulturkreis stammen. Die erste spielt in Las Vegas und schreibt den Ausdruck Slot-Maschinen zu, bei denen der Gewinn in einen goldenen Topf rasselte. Der Besitzer der Maschinen, und erster Casino-Betreiber überhaupt, habe mit Vornamen "Jack" geheißen. Der zweite Mythos handelt von einem Bartender namens Jack, der jedes Mal, wenn er ein großzügiges Trinkgeld bekommen habe, einen Silbertopf geläutet haben soll. Am ehesten kommt Jackpot (von amerikanisch jack, Bube, und pot, Topf) aus dem Poker. Jackpot heißt jene Eröffnungsvariante des Draw Poker, bei der nur Spieler eröffnen können, die mindestens zwei Buben (Jacks) in der Hand halten. Sollte niemand ein Jakobspärchen haben, gilt die Spielrunde als beendet, die Einsätze bleiben am Tisch und die Karten werden neu ausgegeben.


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