Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 44/07 vom 31.10.2007

KRÄHENFEST Sind mit großen Augen vor dem schwarzen Berg gstanden. Gstaunt über die eigene Schneid. Gschaut: Da hat im Haufen noch ein Flügerl zuckt, dort ein Schnaberl nach Luft gschnappt, ein Augerl ein letztes Mal in den Herbst blinzelt. Ein dunkles Rascheln war in der Luft, den roten Krähensaft hat der Acker gierig trunken. Waren´s hundert? Waren´s zweihundert, dreihundert, die´s erwischt haben mit den Schleudern? Gwettet haben´s, und dann haben die Buben die Feitel rausgholt. Die Flügerln auf einen Haufen tan, die Krallen auf einen zweiten, die Kopferln daneben. Und die Baucherln haben´s grupft und am Bacherl ausgweidet. Das Schönste war Verkleiden: Kopferlketten! Krallenkronen! Und wenn die Nacht übern Stoppelacker kommen ist, haben die Krähenkinder die blassen Vögelbalg am Feuer so richtig knusprig braten.


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